Nach jedem Toilettengang drücken wir routiniert die Spültaste. Irgendwann stellten wir uns die Frage, was mit unseren Ausscheidungen eigentlich anschließend passiert. Auf der Suche nach Antworten stießen wir nicht nur auf Erklärungen, sondern auch auf weitreichende Konsequenzen und ganze neue Perspektiven bezüglich unseres Stuhlgangs. Mit jeder Spülung vermischen wir den Nährstoffkreislauf der Natur mit dem Wasserkreislauf. Nachgeschaltete Kläranlagen sorgen mit viel Aufwand und dennoch niemals vollständig dafür, dass die vermischten Kreisläufe wieder voneinander getrennt werden. Übrig bleibt verunreinigtes (Trink-)Wasser und die Reste unserer Fäkalien als ein Abfallprodukt, das nicht weiter nutzbar ist. Da die in unserem Stuhl enthaltenen Nährstoffe nach der Behandlung in Kläranlagen größtenteils im Meer entsorgt oder verbrannt werden, finden sie den Weg an ihren Ursprungsort nicht zurück. Der Nährstoffkreislauf auf landwirtschaftliche Flächen ist unterbrochen und wird mit chemischen Düngemitteln künstlich geschlossen.

Es folgt eine Nährstoffverarmung der Böden. Begünstigt durch konventionelle Anbaumethoden wie den Pflug führt diese Praxis in Kombination mit klimatischen Ereignissen wie Starkwinden und Regengüssen zur Bodenerosion und dem Abtrag fruchtbarer Humusschichten. Die Funktion des Bodens als Kohlenstoff- und Wasserspeicher wird eingeschränkt. Geschätzt werden bei 82 Millionen Einwohnern in Deutschland und einer durchschnittlich ausgeschiedenen Menge Kot von 50kg pro Person pro Jahr circa 4,1 Millionen Tonnen Kot entsorgt. Kot, der zu Humus kompostiert den Stoffkreislauf schließen würde und zur Sicherung beziehungsweise Stabilität des Bodens beitragen könnte.

Die Abkehr von chemischen Mobiltoiletten hin zu Komposttoiletten steht im Fokus unseres Projekts. Unser Ziel ist es, Stoffkreisläufe wieder zu schließen und keine völlig unnötigen Umweltbelastungen zu verursachen!