Die Goldeimer-Welt auf zwei Arschbacken

Wie viele wir bei Goldeimer eigentlich sind, werden wir manchmal gefragt. Kommt ganz drauf an, sagen wir dann. Im Winter sind wir 10. Im Sommer dann über 200, die mit uns den Festivalsommer durchziehen. Und zwischendrin sind wir mal 20, mal 30 oder auch mal 50. Mal Künstler, mal Freundinnen, mal Medienmenschen, jede wie sie lustig ist und jeder, wie er Zeit hat. Ein paar unserer Wegbegleiter*innen haben einen besonderen Platz bekommen: Auf unserer Boxerschurz.

Wen trägst du da auf dem Po?

Wir hatten in all den Jahren viele Unterstützer*innen. Und ohne diese vielen lieben Menschen hätten wir in den vergangenen 9 Jahren nicht das geschafft, was wir geschafft haben. Zeit, Danke zu sagen. Für eure Zeit, eure Ideen, eure gute Laune und eure unendliche Unterstützung auch in beschissenen Zeiten. Ohne euch wäre Goldeimer nicht nur langweilig, vermutlich wären wir schon längst von der Bildfläche verschwunden. Wegen Pleite, wegen fehlender Motivation oder wegen irgendeiner anderen Sache. Wir waren oft genug kurz davor, das Handtuch zu werfen und wollten diesen ganzen Wahnsinn einfach anzünden und lieber 9 to 5 ein paar Scheine in normalen Firmen verdienen. Aber ihr seid da gewesen und habt den Karren wieder und wieder aus dem Dreck gezogen. Ob nachts um 4 bei Starkregen scheißekippend auf dem Hurricane oder in Finanzworkshops am Wochenende, weil wir bis 2015 nicht einmal wussten, was ein Liquiditätsplan ist.

Goldeimer ist keine Firma. Wir sind ein Netzwerk aus Menschen, die aus einem unerfindlichen Grund eine Riesenlust auf geile Scheiße haben. Wir wollen was ändern und etwas anders machen. So viele Menschen haben uns in den vergangenen Jahren begleitet, dass leider nur eine kleine Auswahl auf den besten Ort zum Danke sagen passte: unsere neue Boxershorts, die Boxerschurz. Hergestellt in Kooperation mit unseren Freund*innen von recolution, zu 100% aus Biobaumwolle, fair in Europa produziert. Die Goldeimer-Welt, passgenau für zwei Arschbacken.

Werkhaus
Irgendwann schrieb eine Zeitung mal von der Firma “Werkeimer”, weil wir nicht mehr auseinanderzuhalten waren. Seit über 5 Jahren haben Holgi, Eva und Luise von werkhaus quasi so etwas wie eine Patenschaft für uns übernommen. Auf welche Messe auch immer sie gehen – wir dürfen einfach so mitkommen. Zusammen haben wir Kleingarten Klos und viele weitere Produkte nach dem bewährten Stecksystem entwickelt, wurden von euch für unsere Netzwerktreffen und Millerntor Galleries ausgestattet oder konnten unsere neuen Goldeimer Türen bei euch bedrucken. Liebe werkhaus-Familie, an dieser Stelle ein Riesendank für die Unterstützung und die gemeinsame Zeit!

Albaner Max
Max braucht nur einen Werkzeugkasten, eine Angel und eine Kippe um glücklich zu sein. Eigentlich ist er Schiffbauingenieur, hat die letzten Jahre aber mehr Zeit auf Windrädern verbracht oder seinen Umzugstransporter in ein Haus umgebaut. Manchmal hat er Zeit für uns und zeichnet den kompletten CAD-Satz unserer Toiletten oder unseres neuen Trennsystems für unser Kleingartenklo scheinbar nebenher. Ohne dich würden wir bis heute mit 4 Tonnen schweren Stahlgoldeimern und 200 Schraubverbindungen durch die Republik gondeln. Mäxle, Danke für die vielen Festivals, bei denen du mit auf- und abgebaut hast, das containerte Bier, die vielen Werkstattstunden in Kiel und Ollsen.

Yaye
Yaye, unser Go To Guy in Addis Abeba. Bevor wir Yaye getroffen haben, hatten wir den Plan, in Äthiopien einen alten VW Käfer zu einem mobilen Kompostklo auszubauen und wollten von Markt zu Markt fahren. Dank Yaye stehen heute die ersten beiden Goldeimer Prototypen mitten in Addis Abeba im Stadtteil Kazanchis samt Pflanzenkläranlage und einer kleinen Kompostierstelle. Noch viel schöner: Zusammen mit seinem Team entstehen gerade weitere Toiletten in der Umgebung. Wir hatten großes Glück dich kennenlernen zu dürfen und hoffen, dass wir auch in Zukunft noch viele weitere Projekte zusammen stemmen!

Justus & Aileen
Wir haben Justus und Aileen nicht nur unsere wertvollsten Werbeclaims zu verdanken, sondern vor allem Goldeimer Illustrationen und Wandgemälde. Sehr viel von dem, was ihr von Goldeimer seht, haben die beiden sich mit viel Herzblut aus den Fingern gesogen. Auch die ca. 1 Million Klofies, die seit 2014 jedes Jahr zum World Toilet Day entstehen. Oder auf Festivals, oder auf der Millerntor Gallery oder beim Tag der offenen Tür von der giz live und mit viel Ausdauer gezeichnet werden. Die beiden überlassen nichts dem Zufall und manchmal wird bei kleinsten Illustrationen schon diskutiert, ob es jetzt ein Fink oder eine Elster sein soll, die dem Römischen Kaiser während unserer Zeitreise durch die Geschichte des Klos beim Scheißen über die Schulter guckt. Danke! Ohne euch würden wir noch immer zeichnen wie hier im letzten Bild. (Slides….)

Ansgar
Workshops und Termine mit Ansgar sind kein Vergnügen. Schon gar nicht, wenn man keine richtigen Nettopreise berechnen kann oder den Unterschied zwischen kompliziert und komplex nicht kennt. Seit vielen Jahren schon beobachtet er uns nun von der Seite und erklärt uns im richtigen Moment unser Problem. Das tut dann auch ein paar Tage weh. Aber ein paar Monate später sind wir regelmäßig wieder dankbar, ihn doch angerufen oder um Rat gefragt zu haben. Lieber Ansgar: Danke für 9 Jahre Analysen, Tipps, Einschätzungen und wirklich gute Ratschläge.

Steasy
Noch bevor der erste Goldeimer je benutzt wurde, stand Steasy 2013 als Splash-Opener schon auf der Bühne vom Ferropolis-Gelände und rief jeden Festivalbesucher auf, bitte auf dem Green Camp unsere Klos zu benutzen. Kann ein Projekt einen besseren Start geschenkt bekommen? Wohl kaum. Lieber Steasy, danke dafür. Ein Shout-Out bei seiner eigenen Premiere für ein völlig unbekanntes Vorhaben (dass sich auch noch um Scheiße dreht) zu machen ist alles andere als selbstverständlich. Danke!

Fynn, Waldo und Brian
Goldeimer und das Kliemannsland verbindet Geschichte, die nicht erst mit dem Mofarennen oder unserer gemeinsamen Reise nach Äthiopien beginnt. Unsere Goldeimer stehen seit Jahren im Kliemannsland und sorgen während Schnabutrömata, WuWizaKliLa oder VcA Netzwerktreffen für zufriedene Hintern. Vorher hat Fynn für uns ein mobiles Portalklo gebaut und Goldeimer ganz nebenbei zu Klickmillionären auf YouTube gemacht.

Micha Fritz
Unser Edelsupporter. Wir saßen zusammen 36 Stunden auf Klo. Dir haben wir das Instashit-Format zu verdanken und ein Klopapier-Foto mit Billie Eilish. Natürlich auch die mittlerweile 50 verschiedenen Whatsapp-Gruppen von Rassismus ist für den Ass, Yaye to Germany, Bierhals Battlerap, 13 Tage bookofpoop, Max Kruse Blog Party bis Mockridge Takeover. Die Kickshit Challenge fanden wir anfangs Scheiße und du hast sie trotzdem gemacht und es wurde ein Hit. Lieber Micha, danke für die vielen Jahre verrückten Wahnsinn. Manchmal nervst du echt und gehst uns allen tierisch auf den Keks, aber irgendwie haben wir dich trotzdem wirklich gern!

Luise Amtsberg
Man kriegt nur einmal nachts um 5 die Gelegenheit, nach 12+x Bier mit Anna-Lena Baerbock über Komposttoiletten zu sprechen und bereits im Januar 2020 zur Kanzlerinnenschaft zu gratulieren. Dank Luise Amtsberg. Vielleicht liegt es an unseren gemeinsamen Kieler Wurzeln, aber irgendwie verstehen Luise und Goldeimer sich einfach gut. Wir sagen Danke für die Einladung zum Jubiläum der Grünen, dem #rollentausch in der Deutschen Bahn und freuen uns auf viele weitere diskussionsreiche Abende in Kiel mit dir!

Sarah
Nachdem Sarah 2015 das erste Mal unser Kochzelt auf dem Highfield übernahm, wurde die Welt eine andere. Zu Ende waren die Tage trostlosen Müslis zum Frühstück und aufgewärmtem Dosen-Ravioli zum Abendessen für die komplette Crew. Ab sofort gab es Pfannkuchen, vegane Wraps und Kürbis-Kartoffelsuppe. Hättest du die Maßstäbe nicht geändert, wir hätten wohl ewig so weitergemacht und den üblichen Festivalfraß in uns reingestopft. Mittlerweile gehört eine exquisite Küche zum festen Goldeimer Küchenstandard und die Küchenchefs versorgen das Team mit Frühstück, Mittag und Abendessen, vegan, gesund und lecker! Liebe Sarah und alle Küchencrews aller Festivals: Ohne euch ist ein Goldeimer Festival einfach nicht mehr denkbar.

Tutti & Frutti
Jule und Tuija sind die Karriereleiter bei Goldeimer steil bergauf geklettert: angefangen 2014 als Gründungsmitglieder der selbst ernannten Praktikantenliga (Ziele: Druck von weiteren 25.000 Quatsch Mich Nicht Voll! Geh Kacken-Aufklebern! // Schichtbeginn um 8:00 statt um 7:00 Uhr morgens // Wiedereinführung des legendären “Doppelbob”) bis zum Team Lead 2018 für einen kompletten Sommer. Immer mit dabei: eine gehörige Portion Zorn und Doppelzorn, Akkuschrauber und Holzreste. Mal um eine Freestylebühne auf dem Splash zu bauen, mal um den tristen Baumarktpavillon mit Wolle und Glitzer aufzuwerten. Danke für 7 Jahre Wahnsinn und auf jeden Fall mehr als 30 Festivals! Drücken wir die Daumen, dass HP Baxxter noch lebt, wenn diese Pandemie vorbei ist. :)

Wastl aka König Kackadu
“Ey Wastl, wir haben ein Lastenfahrrad zum Klo umgebaut. Morgen fahren wir damit durch die Stadt, weil Welttoilettentag ist. Hast du vielleicht Lust, dich als König zu verkleiden und eine Rede zu schreiben. Wir nennen dich dann König Kackadu”. Keine 24 Stunden später sind wir nach einer Brandrede aus der Vorhalle des Hamburger Rathauses rausgeflogen. Wastl hatte seinen Auftrag ein wenig zu ernst genommen. Du bist eines der vielen hundert schönen Beispiele, warum Goldeimer am Ende des Tages irgendwie doch funktioniert: Spontan, flexibel und für jeden Scheiß zu haben. Danke dafür – und dein unglaubliches Schreibtalent.

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