On the Road mit der Goldeimer Crew

Unsere Goldeimer sind in diesem Jahr auf knapp 20 Festivals vertreten, von Bayern bis Schleswig-Holstein. So eine Flotte braucht natürlich auch eine bombige Crew, die von Mai bis September on the road ist und die Grundlage für einen runde Goldeimer Tour sorgt.

Wir betreiben nicht nur Toiletten – während den Sommermonaten wächst eine kleine Goldeimer-Familie zusammen, die zusammen kocht, reist, feiert, campt und immer wieder neue Leute in der Crew willkommen heißt.

Ein paar Impressionen

Kampagnen für das Klo. Goldeimer trommelt für Toiletten.

Wir haben in den vergangenen Jahren diverse Klo-Kampagnen auf die Beine gestellt, die wir euch heute einmal vorstellen wollen.

Der Stuhlgang gilt in Deutschland und den meisten Ländern der Welt noch immer als Tabuthema und findet in der Öffentlichkeit trotz seiner Bedeutung kaum Beachtung. Niemand redet gern über das Klo. Warum eigentlich nicht?

 

Warum wollen wir das?

Der Stuhlgang ist ein völlig normaler Teil unseres Lebens, jeden Tag, für jeden, überall auf der Welt. Lasst ihn uns auch so behandeln. Sonst werden wir auch weiterhin fröhlich in unser Trinkwasser scheißen als gäbs kein Morgen mehr.

Um mehr Aufmerksamkeit auf dieses so simple und doch so komplexe Thema zu lenken, betreiben wir mit Goldeimer nicht nur Komposttoiletten auf Festivals und verkaufen Klopapier. Da geht noch mehr, mehr Lautstärke, mehr Bumms, mehr Sichtbarkeit und mehr Kommunikation für das Klo.

36 Stunden auf Klo. Mitten auf der Reeperbahn

Mitten im November haben wir uns ohne Pause für 36 Stunden auf der Hamburger Reeperbahn in transparente Toiletten gesetzt, um auf das Thema “Open Defecation” aufmerksam zu machen. 2,3 Milliarden Menschen müssen ihr Geschäft ohne Privatsphäre im Freien verrichten. Die Open Defecation war ein spannendes Experiment, welches sowohl für uns als auch die Beobachter zu spannenden Erkenntnissen geführt hat.

König Kackadu zu Besuch in Hamburg

In Deutschland besitzen viele Menschen zwei Autos. In der Heimat von König Kackadu hat jeder Mensch zwei Toiletten. Sein Besuch im Rathaus, im Millerntor Stadion und in den Straßen Hamburgs wird noch vielen in Erinnerung bleiben.

Hallo Mama, Grüße vom Festival

Zusammen mit der Welthungerhilfe haben wir ein paar Klischeepuper in unsere Komposttoiletten gelockt und ein fröhliches Fotoshooting gemacht. Herausgekommen sind wunderschöne Motive für den Badezimmerspiegel, die während unserer Festivalsaison von unseren Festivalgästen direkt nach Hause geschickt werden konnten.

 

Goldeimer auf der Millerntor Gallery

Shit is Art. Im Rahmen der Millerntor Gallery im Stadion des FC St. Pauli haben wir uns 2017 die Sanitärräume vorgeknöpft und mit diversen Künstlern ein Toilettenupgrade durchgezogen.

 

 

 

 

Das Goldeimer Stuhl-O-Meter

Rate your Poo!

Dein Stuhl verrät mehr über dich, als du denkst. Zwei schlaue Wissenschaftler aus Bristol haben sich mehrere Jahre mit unserem wertvollstem Gut beschäftigt und 1997 schließlich das Bristol Stool Chart veröffentlicht. Eine siebenstufige Skala, die etwas über deine Gesundheit verrät. Wir haben eine Festivalinterpretation draus gemacht und klären tausende Menschen seitdem mit dem “Stuhl-O-Meter” auf.

Eine Reise in die Welt der Toiletten

Mit dem Klo beginnt eine lange, interessante Reise und es gibt viel zu entdecken. Einen guten Einstieg in den Klo-Kosmos bietet die Sendung Quarks & Co. Gönnt euch den Rundumschlag, von der Geschichte der Toilette, verschiedenen Sanitärsystemen bis hin zu aktuellen Herausforderungen wie Schwemmkanalisationssystemen und Open Defecation.

Warum nachhaltige Toiletten? Warum Kreislaufwirtschaft?

Nach jedem Toilettengang drücken wir routiniert die Spültaste. Irgendwann stellten wir uns die Frage, was mit unseren Ausscheidungen eigentlich anschließend passiert. Auf der Suche nach Antworten stießen wir nicht nur auf Erklärungen, sondern auch auf weitreichende Konsequenzen und ganze neue Perspektiven bezüglich unseres Stuhlgangs. Mit jeder Spülung vermischen wir den Nährstoffkreislauf der Natur mit dem Wasserkreislauf. Nachgeschaltete Kläranlagen sorgen mit viel Aufwand und dennoch niemals vollständig dafür, dass die vermischten Kreisläufe wieder voneinander getrennt werden. Übrig bleibt verunreinigtes (Trink-)Wasser und die Reste unserer Fäkalien als ein Abfallprodukt, das nicht weiter nutzbar ist. Da die in unserem Stuhl enthaltenen Nährstoffe nach der Behandlung in Kläranlagen größtenteils im Meer entsorgt oder verbrannt werden, finden sie den Weg an ihren Ursprungsort nicht zurück. Der Nährstoffkreislauf auf landwirtschaftliche Flächen ist unterbrochen und wird mit chemischen Düngemitteln künstlich geschlossen.

Es folgt eine Nährstoffverarmung der Böden. Begünstigt durch konventionelle Anbaumethoden wie den Pflug führt diese Praxis in Kombination mit klimatischen Ereignissen wie Starkwinden und Regengüssen zur Bodenerosion und dem Abtrag fruchtbarer Humusschichten. Die Funktion des Bodens als Kohlenstoff- und Wasserspeicher wird eingeschränkt. Geschätzt werden bei 82 Millionen Einwohnern in Deutschland und einer durchschnittlich ausgeschiedenen Menge Kot von 50kg pro Person pro Jahr circa 4,1 Millionen Tonnen Kot entsorgt. Kot, der zu Humus kompostiert den Stoffkreislauf schließen würde und zur Sicherung beziehungsweise Stabilität des Bodens beitragen könnte.

Die Abkehr von chemischen Mobiltoiletten hin zu Komposttoiletten steht im Fokus unseres Projekts. Unser Ziel ist es, Stoffkreisläufe wieder zu schließen und keine völlig unnötigen Umweltbelastungen zu verursachen!

 

Der Welttoilettentag am 19.11.

Am 19.11. ist World Toilet Day! Unser Geburtstag sozusagen

Wir werden ab dem 18.11. in Hamburg auf der Reeperbahn sein und sitzen für mehr als 24 Stunden in durchsichtigen Plexiglas-Goldeimern um auf unser Anliegen aufmerksam zu machen: www.startnext.de/goldeimer !

Warum mit Plexiglas? Weil unsere weltweite Toiletten – Familie noch nicht alle Menschen bei sich zu Hause willkommen heißen kann, solidarisieren wir uns heute mit den 2,4 Milliarden Menschen, die in aller Öffentlichkeit, beobachtet und ohne Privatsphäre ihr tägliches Geschäft verrichten müssen. Das finden wir Scheiße!

Denn wir wollen auch mit diesen Leuten ins Geschäft kommen!

Scheiße gibt es auf der Welt schon genug, jetzt fehlen nur noch die Toiletten!

Lasst uns das gemeinsam anpacken! Toiletten für alle! Geile Toiletten! Komposttoiletten! Überall!

Von Burkina Faso bis Klein Kleckersdorf!

Wir machen auf Festivals in Deutschland den Anfang! Wir wollen das Prinzip Komposttoilette verbreiten, nirgendwo geht das besser als auf Festivals. Die Gewinne leiten wir in die Sanitärprojekte von Viva con Agua und der Welthungerhilfe weiter.

Dazu kannst du uns supporten auf: www.startnext.de/goldeimer

Wenn die Zeit reif ist, ziehen wir weiter: In Schrebergärten, Wanderwege, Berghütten und Stadtparks, VW Busse und Surfspots. Wir sind einfach zu handlen: keine Kanalisation, keine Energie, geringe Baukosten, kein Wasser, keine Chemie. Alles was wir brauchen sind Schwerkraft und Sägespäne. Wir sind dezentral einsetzbar und deshalb auch geeignet für ländliche Regionen. Wir können nach Naturkatastrophen wie Hurricanes und Erdbeben hilfreich sein oder eine Lösung in Flüchtlingslagern darstellen. Wie wir sehen, sind Komposttoiletten sehr vielseitig einsetzbar und sehr flexibel.

Es ist an der Zeit eine jahrtausende alte Idee zu verbreiten und wieder großzumachen, die ausnahmslos jeden hier betrifft. Alle müssen kacken. Es kann nicht angehen, dass es in Indien mehr Handys als Toiletten gibt, dass mehr Menschen in afrikanischen Ländern an Durchfall – verursacht durch fehlenden Zugang zu sanitären Anlagen und Trinkwasserverunreinigungen – als an irgendeiner anderen Krankheit sterben und wir in Europa ohne es zu hinterfragen Morgen für Morgen ins eigene Trinkwasser scheißen. Mit katastrophalen Folgen.

Der Welttoilettentag ist der einzige Tag im Jahr, an dem übers Scheißen gesprochen wird. Wir zählen jetzt hoch. Wenn wir bei 365 Tagen angekommen sind, haben wir es geschafft und eines der Kernthemen hinsichtlich Gesundheit und Nachhaltigkeit in den gesellschaftlichen Fokus gerückt.

Toiletten für Alle!