Was ist WASH?

Am 05. Mai 2021 ist Welttag der Handhygiene. Du hast noch nie davon von gehört? Kein Problem, das soll sich jetzt ändern. Es ist allerhöchste Eisenbahn, dass wir uns dem Thema Händewaschen mal genauer widmen. Warum ist das so wichtig? Was verbirgt sich hinter dem Akronym WASH und wieso gehören Wasser, Sanitär und Hygiene zusammen? Das erfährst du hier in den nächsten Minuten. Also, bist du bereit, deine Hände in Zukunft wirklich mindestens 20 Sekunden lang zu waschen?

Quick Read für alle Lesefaulen:

  • Am 05. Mai 2021 ist Welttag der Handhygiene!

  • Händewaschen ist eine der effektivsten Maßnahmen gegen die Verbreitung von Krankheitserregern

  • 7% der Deutschen waschen sich nach’m Klogang nicht die Hände mit Seife

  • Die „gesicherte Sanitärversorgung“ ist die höchste Stufe auf der Sanitation Ladder. Diese Kategorie bedeutet: es ist nicht nur ein Klo da, sondern auch eine Möglichkeit zum Händewaschen. Außerdem befindet sich das Klo im eigenen Haushalt und die Entsorgung oder Verwertung der Fäkalien ist gesichert.

  • Goldeimer setzt sich zusammen mit Viva con Agua und der Welthungerhilfe für WASH-Projekte und den Zugang zu Klos für alle ein!

Wasser + Sanitär + Hygiene = WASH

Jedes Jahr, am 19. November, feiern wir den World Toilet Day, um darauf aufmerksam zu machen, dass 4,2 Milliarden Menschen weltweit ohne gesicherte Sanitärversorgung leben. Ob wir uns dafür auf der Reeperbahn 24 Stunden den Arsch auf einem Klo hinter Plexiglas abfrieren, um uns mit den Menschen zu solidarisieren, die jeden Tag in aller Öffentlichkeit und ohne Privatsphäre ihr Geschäft verrichten müssen, oder einfach durch unsere Aufklärungsarbeit an den anderen 364 Tagen im Jahr – wir wollen »Alle für Klos! Klos für Alle!«

Und mit Klos meinen wir nicht nur Keramikschüsseln. Warum es nicht reicht, einfach Klos zu bauen? Zu einer würdigen und gesicherten Sanitärversorgung gehört neben einer Toilette auch sauberes Trinkwasser und Seife – und für dauerhaft sauberes Wasser braucht man wiederum Klos.

Dieses Zusammenspiel von Wasser, Klos und Seife fassen wir unter der Abkürzung WASH zusammen: Wasser, Sanitär und Hygiene. Die drei Komponenten bedingen sich gegenseitig und sorgen nur im Dreiklang für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen. Seit 2014 setzen wir uns gemeinsam mit Viva con Agua und der Welthungerhilfe für WASH-Projekte auf der ganzen Welt ein. Denn aktuell hat noch mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung keinen Zugang zu einer gesicherten Sanitärversorgung. WASH genau das bedeutet?

Die Sanitation Ladder – 5 Stufen der Sanitärversorgung

Nach der Sanitation Ladder von der WHO und UNICEF unterscheiden wir 5 Level der Sanitärversorgung:

  • Gesicherte Sanitärversorgung

    Das ist sozusagen das “Nonplusultra” der Sanitärversorgung. Hier sprechen wir von sauberen, sicheren, privaten Toiletten mit Handwaschmöglichkeit, die nicht mit anderen Haushalten geteilt werden und bei denen für eine sichere Verwertung der Ausscheidungen gesorgt ist. Das können räumlich getrennte Spültoiletten, Grubenlatrinen oder Trockentoiletten sein. Aktuell hat weniger als die Hälfte der Weltbevölkerung (45%, 3,4 Milliarden Menschen) Zugang zu einer gesicherten Sanitärversorgung.

  • Sanitäre Grundversorgung

    Rund 2,2 Milliarden Menschen weltweit können ihr Geschäft ebenfalls auf verbesserten, privaten Klos verrichten. Die sichere Verwertung der Fäkalien und eine Möglichkeit zum Händewaschen sind bei der sanitären Grundversorgung allerdings nicht sichergestellt. Ein Klo, das keine Handwaschmöglichkeiten bietet oder die Fäkalien ungeklärt in einen Fluss ableitet, zählt zu dieser Kategorie.

  • Eingeschränkte Sanitärversorgung

    Von einer eingeschränkten Sanitärversorgung sprechen wir bei den 8% der Weltbevölkerung, die eine verbesserte Toilette nutzen, diese aber mit anderen Haushalten teilen müssen – sie also öffentlich ist. Auch hier sind Verwertung und (Hand-)Hygiene nicht gewährleistet.

  • Ungenügende Sanitärversorgung

    9% bzw. 701 Millionen Menschen weltweit haben lediglich Zugang zu einer ungenügenden Sanitärversorgung. Sie nutzen nicht gewartete Grubenlatrinen ohne Platte oder Plattform oder andere eingeschränkt nutzbare Sanitäreinrichtungen.

  • Keine Sanitärversorgung

    Dieses Prinzip kennst du vielleicht unter dem Begriff Open Defecation. 9% der Weltbevölkerung, rund 673 Millionen Menschen, haben keinerlei Zugang zu einer Sanitärversorgung und müssen ihr Geschäft im Freien verrichten. Wenn du denkst, dass das „wie Wildpinkeln bei uns“ ist – weit gefehlt. Dieser Vergleich hinkt leider dermaßen.

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Menschen haben keinen Zugang zu einer gesicherten Sanitärversorgung

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Menschen haben keinen Zugang zu einer gesicherten Sanitärversorgung

Das Problem um Open Defecation

Open Defecation birgt zahlreiche Probleme mit katastrophalen Folgen: Es begünstigt den Kontakt mit und die Verbreitung von fäkalen Krankheitserregern, was zu zahlreichen, zum Teil tödlichen Infektionskrankheiten wie Durchfall führen kann. Darüber hinaus sind besonders Frauen noch ganz anderen Risiken ausgesetzt. Oft müssen sie bis zur Dunkelheit warten, um sich irgendwo draußen zu erleichtern, was sie besonders angreifbar und schutzlos macht. Dazu kommt, dass die Bedürfnisse von Frauen in Bezug auf Urinieren und Menstruationshygiene in vielen Sanitärprojekten unberücksichtigt bleiben. Und nicht zuletzt schließt sich dieser Teufelskreis, wenn die Fäkalien in den offenen Boden sickern oder direkt ins Wasser entlassen werden und damit das Grundwasser kontaminieren.

Darum setzen wir bei Goldeimer uns dafür ein, Menschen langfristig den Zugang zu WASH zu ermöglichen. An dieser Stelle wiederholen wir uns gern: Wir wollen eine gesicherte Sanitärversorgung – mit Handwaschmöglichkeiten – für alle!

7% waschen sich nach’m Kacken nicht die Hände mit Seife

Also nochmal zur Handhygiene. Die Hände. Du nutzt sie zum Türen öffnen, zum Einkaufswagen schieben, zum Partner*in halten, zum Po abwischen und manchmal zum in der Nase popeln. Sie sind ein geliebtes Multitasking-Tool. Aber überall, wo die Hände ins Spiel kommen, spielen auch Krankheitserreger, Viren und Bakterien mit. Wie du sie wieder los wirst? Händewaschen! HÄNDEWASCHEN! H-Ä-N-D-E-W-A-S-C-H-E-N!11!!1!!!1!!

Spätestens seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wissen wir alle: Händewaschen ist eine der effektivsten Maßnahmen gegen die Verbreitung von Krankheitserregern. Wir haben in den letzten Monaten gelernt, AHA-Regeln zu befolgen, beim Händewaschen 2x “Happy Birthday” zu singen und auch die Finger-Zwischenräume gründlich zu schrubben. Zumindest in der Theorie! Studien zeigen, dass nur 51% der deutschen Männer und immerhin 82% der Frauen nach dem Toilettengang ihre Hände mit Wasser und Seife waschen. Rund 7% waschen sie gar nicht. Pfui!

Es scheint uns wenig zu jucken, dass wir Krankheiten weitertragen und Bakterien verbreiten, obwohl es quasi überall Waschbecken mit Seife gibt. Aber wen wundert’s? Wir kacken jeden Morgen in unser Trinkwasser und spülen es mit weiteren 10 Litern weg, ohne es zu hinterfragen.

Warum Händewaschen so wichtig ist

Dabei sind die Auswirkungen von fehlenden Handwaschmöglichkeiten im wahrsten Sinne des Wortes tödlich. Rund 297.000 Kinder unter 5 Jahren sterben jährlich an Durchfallerkrankungen, die auf mangelnde Hygiene, schlechte sanitäre Einrichtungen oder unsauberes Trinkwasser zurückzuführen sind – das sind mehr als 800 jeden Tag.

Das kann vermieden werden: Hygiene, beispielsweise in Form von regelmäßigem und effektivem Händewaschen, kann das Risiko, an Durchfallerkrankungen zu erkranken, um ein Drittel verringern. Händewaschen hält nicht nur Bakterien von der Verbreitung ab, sondern auch Trinkwasser sauber und trägt so maßgeblich zur Gesundheit von Menschen bei. Darum bauen wir nicht nur Klos, sondern fördern WASH-Projekte ganzheitlich – mit Handwaschmöglichkeiten, Hygieneschulungen und Aufklärungsarbeit.

Save the date: Welttag der Handhygiene am 05. Mai 2021
Also, lass uns zusammen am 05. Mai den Welttag der Handhygiene mit einer fetten Schaumparty im Waschbecken feiern und mal richtig Lärm für eingeseifte Hände und Finger-Zwischenraum-Scratching machen! Wir haben da auch etwas Passendes vorbereitet – wenn es soweit ist (nicht mehr lange), erfährst du im Newsletter oder auf Social Media davon!

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