Was ist WASH?

Händewaschen ist eine der effektivsten Maßnahmen gegen die Verbreitung von Krankheitserregern. Doch hinter dem Akronym WASH verbirgt sich noch mehr als das. Was bedeutet WASH? Wieso sind Wasser, Sanitär und Hygiene abhängig voneinander? Alles über die das SDG 6, die Sanitation Ladder und was hinter unserer Mission »Klos für Alle! Alle für Klos!« steht.

Wasser + Sanitär + Hygiene = WASH

Jedes Jahr, am 19. November, feiern wir den World Toilet Day, um darauf aufmerksam zu machen, dass etwa die Hälfte der Weltbevölkerung ohne gesicherte Sanitärversorgung leben. Ob wir uns dafür auf der Reeperbahn 24 Stunden den Arsch auf einem Klo hinter Plexiglas abfrieren, um uns mit den Menschen zu solidarisieren, die jeden Tag in aller Öffentlichkeit und ohne Privatsphäre ihr Geschäft verrichten müssen, oder einfach durch unsere Aufklärungsarbeit an den anderen 364 Tagen im Jahr – wir wollen »Alle für Klos! Klos für Alle!«

Und mit Klos meinen wir nicht nur Keramikschüsseln. Denn es reicht nicht, nur Toiletten zu bauen. Zu einer würdigen und gesicherten Sanitärversorgung gehört neben einer funktionierenden Toilette auch sauberes Trinkwasser sowie Hygienemöglichkeiten. Das Zusammenspiel von Wasser, Klos und Hygiene fassen wir unter der Abkürzung WASH zusammen: Wasser, Sanitär und Hygiene. Die drei Komponenten bedingen sich gegenseitig und sorgen nur im Dreiklang für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen. Seit 2014 setzen wir uns gemeinsam mit Viva con Agua und der Welthungerhilfe für WASH-Projekte auf der ganzen Welt ein. Denn aktuell haben 3,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu einer gesicherten Sanitärversorgung. WASH genau das bedeutet?

Die Sanitation Ladder – 5 Stufen der Sanitärversorgung

Nach der Sanitation Ladder von der WHO und UNICEF unterscheiden wir 5 Level der Sanitärversorgung:

  • Gesicherte Sanitärversorgung

    Das ist sozusagen das “Nonplusultra” der Sanitärversorgung. Hier sprechen wir von sauberen, sicheren, privaten Toiletten mit Handwaschmöglichkeit, die nicht mit anderen Haushalten geteilt werden und bei denen für eine sichere Verwertung der Ausscheidungen gesorgt ist. Das können räumlich getrennte Spültoiletten, Grubenlatrinen oder Trockentoiletten sein. Aktuell hat etwas mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung (54%, 4,2 Milliarden Menschen) Zugang zu einer gesicherten Sanitärversorgung.

  • Sanitäre Grundversorgung

    Rund 1,9 Milliarden Menschen weltweit können ihr Geschäft ebenfalls auf verbesserten, privaten Klos verrichten. Die sichere Verwertung der Fäkalien und eine Möglichkeit zum Händewaschen sind bei der sanitären Grundversorgung allerdings nicht sichergestellt. Ein Klo, das keine Handwaschmöglichkeiten bietet oder die Fäkalien ungeklärt in einen Fluss ableitet, zählt zu dieser Kategorie.

  • Eingeschränkte Sanitärversorgung

    Von einer eingeschränkten Sanitärversorgung sprechen wir bei den 7% der Weltbevölkerung, die eine verbesserte Toilette nutzen, diese aber mit anderen Haushalten teilen müssen – sie also öffentlich ist. Auch hier sind Verwertung und (Hand-)Hygiene nicht gewährleistet.

  • Ungenügende Sanitärversorgung

    8% bzw. 616 Millionen Menschen weltweit haben lediglich Zugang zu einer ungenügenden Sanitärversorgung. Sie nutzen nicht gewartete Grubenlatrinen ohne Platte oder Plattform oder andere eingeschränkt nutzbare Sanitäreinrichtungen.

  • Keine Sanitärversorgung

    Dieses Prinzip kennst du vielleicht unter dem Begriff Open Defecation. 6% der Weltbevölkerung, rund 494 Millionen Menschen, haben keinerlei Zugang zu einer Sanitärversorgung und müssen ihr Geschäft im Freien verrichten. Wenn du denkst, dass das “wie Wildpinkeln bei uns” ist – weit gefehlt. Dieser Vergleich hinkt leider dermaßen.

3.600.000.000

Menschen haben keinen Zugang zu einer gesicherten Sanitärversorgung

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Menschen haben keinen Zugang zu einer gesicherten Sanitärversorgung

Das Problem um Open Defecation

Open Defecation birgt zahlreiche Probleme mit katastrophalen Folgen: Es begünstigt den Kontakt mit und die Verbreitung von fäkalen Krankheitserregern, was zu zahlreichen, zum Teil tödlichen Infektionskrankheiten wie Durchfall führen kann. Darüber hinaus sind besonders Frauen noch ganz anderen Risiken ausgesetzt. Oft müssen sie bis zur Dunkelheit warten, um sich irgendwo draußen zu erleichtern, was sie besonders angreifbar und schutzlos macht. Dazu kommt, dass die Bedürfnisse von Frauen in Bezug auf Urinieren und Menstruationshygiene in vielen Sanitärprojekten unberücksichtigt bleiben. Und nicht zuletzt schließt sich dieser Teufelskreis, wenn die Fäkalien in den offenen Boden sickern oder direkt ins Wasser entlassen werden und damit das Grundwasser kontaminieren.

Darum setzen wir bei Goldeimer uns dafür ein, Menschen langfristig den Zugang zu WASH zu ermöglichen. An dieser Stelle wiederholen wir uns gern: Wir wollen eine gesicherte Sanitärversorgung – mit Handwaschmöglichkeiten – für alle!

Warum Händewaschen so wichtig ist

Spätestens seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wissen wir alle: Händewaschen ist eine der effektivsten Maßnahmen gegen die Verbreitung von Krankheitserregern. Die Auswirkungen von fehlenden Handwaschmöglichkeiten sind im wahrsten Sinne des Wortes tödlich. Rund 297.000 Kinder unter 5 Jahren sterben jährlich an Durchfallerkrankungen, die auf mangelnde Hygiene, schlechte sanitäre Einrichtungen oder unsauberes Trinkwasser zurückzuführen sind – das sind mehr als 800 jeden Tag.

Das kann vermieden werden: Hygiene, beispielsweise in Form von regelmäßigem und effektivem Händewaschen, kann das Risiko, an Durchfallerkrankungen zu erkranken, um ein Drittel verringern. Händewaschen hält nicht nur Bakterien von der Verbreitung ab, sondern auch Trinkwasser sauber und trägt so maßgeblich zur Gesundheit von Menschen bei. Darum bauen wir nicht nur Klos, sondern fördern WASH-Projekte ganzheitlich – mit Handwaschmöglichkeiten, Hygieneschulungen und Aufklärungsarbeit.

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